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Vorname: Eva-Maria
Nachname: Stange
Funktion: Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst

Ich bin verheiratet und habe drei erwachsene Töchter. Seit 2009 darf ich den Dresdner Westen im Sächsischen Landtag vertreten. Im Herbst 2014 wurde ich von den Wählerinnen und Wählern erneut mit diesem Mandat ausgestattet.

In den Jahren 2006 - 2009 (CDU/SPD-Koalition) und erneut seit November 2014 bin ich Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst. Der Weg dahin war biografisch weder vorgezeichnet noch geplant. Denn als ich 1957 in Mainz geboren wurde, waren die sozialen Lebensumstände meiner Eltern keineswegs der Boden für eine akademische oder politische Laufbahn. Mein Vater war ungelernter Arbeiter und meine Mutter Hausfrau. Mainz haben wir bereits 1958 wieder verlassen und ich bin seitdem im Osten aufgewachsen.

Ich war die erste in meiner Familie, die das Abitur machen konnte und anschließend studierte. In der 6. Klasse entdeckte ich meine Leidenschaft für die Physik. Seither träumte ich davon, Lehrerin zu werden. So begann ich 1975 mein Studium zur Diplomlehrerin für Mathematik und Physik an der Pädagogischen Hochschule in Dresden, wo ich seit 1974 lebe.

Ohne ein Stipendium und die Unterstützung meiner Familie hätte ich jedoch nicht studieren können. Daher weiß ich, wie es ist, wenn man nicht die tollste Mode tragen kann, jeden Groschen dreimal umdrehen und neben dem Studium arbeiten muss.

1979 konnte ich mein Studium erfolgreich abschließen und begann als Lehrerin an einer Polytechnischen Oberschule (POS). Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits ein Kind und war verheiratet. Wenn ich mich heute für eine familienfreundliche Hochschule einsetze, dann hat das viel mit meinen eigenen Erfahrungen im Studium als Mutter mit Kind zu tun. Ganz haben mich die Hochschule und die Wissenschaft nicht losgelassen, deshalb promovierte ich 1985 auf dem Gebiet der Physik Methodik (heute Fachdidaktik). Meine dritte Tochter wurde in dem gleichen Jahr geboren. Bis 1989 bildete ich dann an der PH Dresden selbst Lehrer und Lehrerinnen aus und forschte weiter auf meinem Fachgebiet.

Mit der Wende 1989 wechselte ich auf eigenen Wunsch wieder in den Schuldienst, war zunächst an einer POS tätig, dann an einem neu gegründeten Gymnasium. Auf Grund meines Engagements für die Interessen der Lehrerinnen und Lehrer wurde ich 1991 in den Bezirkspersonalrat Dresden gewählt und anschließend Vorsitzende des BPR Gymnasien.

Ich war und bin ein aktiver politischer Mensch und möchte mich in die Gestaltung einer Gesellschaft aktiv einbringen. Auf Grund meiner Biografie und dem Erleben in einer Arbeiterfamilie führte mich mein politischer Weg 1981 in die SED. Jedoch trat ich 1988 bereits wieder aus der SED aus.

Heute sehe ich viele Zusammenhänge der DDR-Diktatur und der Rolle der SED in diesem System klarer. Doch Biografien kann man nicht ungeschehen machen, auch wenn ich mich aus heutiger Sicht von dem System distanziere.

Nach der Wende engagierte ich mich in der Bildungsgewerkschaft GEW für eine neue, gerechtere Schulpolitik und für die Rechte der Beschäftigten im Bildungswesen. 1993 – 1997 war ich Landesvorsitzende der GEW und von 1997 bis 2005 deren Bundesvorsitzende. Damit war ich die erste und bis heute einzige ostdeutsche Gewerkschaftsvorsitzende und hatte die einmalige Chance, bundesdeutsche und internationale Bildungs- und Arbeitnehmerpolitik mitgestalten zu dürfen. Acht Jahre pendelte ich zwischen West und Ost, blieb aber immer „meinem“ Dresden treu. 2005 wollte ich auf eigenen Wunsch einen biografischen Schnitt machen, da ich es nicht als gut empfinde, politische Ämter über Jahrzehnte hinweg zu besetzen.

So kehrte ich 2005 an die jetzige TU Dresden zurück und wurde abermals in der Lehrerbildung tätig.

Doch bereits Mitte 2006 wurde ich erneut vor die Entscheidung gestellt, politische Verantwortung zu übernehmen, diesmal als Wissenschafts- und Kunstministerin in einer SPD/CDU-Koalition. Das war eine spannende und verantwortungsreiche Aufgabe, die ich bis zum Ende der 1. Großen Koalition 2009 ausübte.

In die SPD trat ich 1998 ein, da ich in der Sozialdemokratie die politische Interessenvertretung für eine sozial gerechte Bildungspolitik fand. Seit dieser Zeit engagiere ich mich auch parteipolitisch in Fragen der Bildungspolitik, von 2007 bis 2012 auch als Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD (AfB).

Auch kulturpolitisch möchte ich die SPD weiterhin unterstützen. In diesem Sinne engagiere ich mich im Rahmen des Kulturforums der Sozialdemokratie in Sachsen, sowie in zahlreichen Vereinen der Bildungs- und Kulturpolitik.